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Wie sich das Gesundheitsverhalten verändert und was das für Apotheken bedeutet

Inhaltsverzeichnis

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland verändert sich. Der neue Healthcare Report #6 von DatamedIQ liefert aktuelle Daten zum Gesundheitsverhalten der Bevölkerung. Beispielsweise über die Nutzung rezeptfreier Medikamente, über die Bereitschaft zu digitalen Angeboten bis hin zur Wahrnehmung von E-Rezepten und elektronischer Patientenakte (ePA).

Für Apotheken und Gesundheitsanbieter zeigt dieser Bericht: Die Erwartungen an digitale Services steigen. Gerade jüngere Zielgruppen und Digital Natives stellen neue Anforderungen an Verfügbarkeit, Informationen und Nutzbarkeit. Aber gleichzeitig bleibt auch das Vertrauen in bewährte Strukturen wie beispielsweise die persönliche Beratung in der Vor-Ort-Apotheke hoch. Wer sich als Apotheke oder Anbieter digitaler Gesundheitsleistungen zukunftsfähig aufstellen will, sollte die darin beschriebenen Trends ernst nehmen und strategisch nutzen.

Gesundheitstrend in Deutschland: Das subjektive Wohlbefinden steigt – die Nutzung digitaler Kanäle auch

Mehr als 64 % der Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand als gut bis sehr gut ein. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Dabei zeigt sich ein differenziertes Bild, denn jüngere Personen berichten häufiger von akuten Beschwerden wie Schlafproblemen, Kopfschmerzen oder Stresssymptomen, während Ältere vor allem mit chronischen Erkrankungen zu kämpfen haben.

Gleichzeitig nehmen Eigenverantwortung und Informationsbedürfnis zu: Immer mehr Menschen informieren sich bei ersten Symptomen zunächst selbst – über Google, KIs, Gesundheitsportale oder Erfahrungsberichte im Netz. Diese Entwicklung macht deutlich, wie wichtig es ist, glaubwürdige, gut auffindbare Informationen online bereitzustellen. Besonders für Apotheken ist hier die Chance groß, neue Zielgruppen zu erreichen und Absatzkanäle wie den eigenen Onlineshop oder eine apothekenindividuelle App zu stärken. Zudem bieten sich auch Blogs oder Wissensplattformen rund um das Thema Gesundheit an, um genau diesem Informationsbedürfnis gerecht zu werden. Denn Apotheken, die mit eigenen digitalen Kanälen präsent sind, können genau hier ansetzen und sich als erste seriöse Anlaufstelle im digitalen Raum etablieren – mit fundierter Beratung, verständlichen Inhalten und niedrigschwelliger Kontaktmöglichkeit oder Bestellmöglichkeit.

Wachsende Nachfrage bei OTC-Produkten und Nahrungsergänzungsmitteln

Die regelmäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist in den letzten zwei Jahren laut dem Report um über 12 Prozentpunkte gestiegen. Mittlerweile fast 44 % der Befragten greifen regelmäßig zu Vitaminen, Mineralstoffen oder pflanzlichen Präparaten. Der Absatzmarkt wächst, doch gleichzeitig steigen die Erwartungen an Transparenz, Beratung und Nachvollziehbarkeit.

Auch rezeptfreie Medikamente spielen eine zunehmend wichtige Rolle im Gesundheitsalltag. Dabei zeigt sich ein Wandel in der Nutzung: Die vorsorgliche Einnahme geht zurück, während die gezielte Selbstmedikation bei konkreten Beschwerden zunimmt. ApothekerInnen sollten darauf reagieren – etwa durch gezielte Empfehlungen, digital wie vor Ort, und verständliche Produkterklärungen in App, Onlineshop, auf Informationsplattformen oder Social-Media-Kanälen.

Die Bereitschaft zur Kombination von rezeptpflichtigen und rezeptfreien Präparaten ist laut dem Report ebenfalls gestiegen. Das ist ein Hinweis darauf, dass viele KundInnen komplexere Behandlungswege gehen und Beratung zunehmend wichtig wird und genau hier ansetzen sollte. Denn es bietet sich eine Chance, mit Telepharmazie-Angeboten oder Chatfunktionen die eigene Rolle als kompetente Ansprechperson digital auszubauen. Das bedeutet für Vor-Ort-Apotheken, dass sie durch eben diese digitalen Kanäle Ihre Reichweite deutlich steigern und die Bedürfnisse einer anwachsenden Zielgruppe bedienen, ohne dabei auf das Standard-Geschäft an der Ladentheke zu verzichten.

Ein weiterer Vorteil: Über eigene digitale Kanäle wie eine App oder einen Onlineshop lassen sich Kundendaten sichern, nach positiven Kauferfahrungen werden diese neuen KundInnen dann zu Ihrer Stammkundschaft.

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E-Rezept, ePA und Telemedizin: Offenheit wächst – aber Vertrauen entscheidet

Ein zentrales Ergebnis des Reports ist, dass die Akzeptanz des E-Rezepts deutlich gestiegen ist. Über 78 % der Befragten empfinden die Einlösung als einfach, über 80 % sehen darin ein hohes Zukunftspotenzial. Auch die elektronische Patientenakte (ePA) wird von zwei Dritteln der Befragten positiv bewertet, vor allem im Hinblick auf besseren Informationszugang und eine strukturierte medizinische Versorgung.

Das zeigt: Die Weichen für digitale Rezeptprozesse sind gestellt. Doch nicht alle PatientInnen fühlen sich ausreichend informiert oder unterstützt. Gerade bei älteren oder digital weniger affinen Gruppen besteht weiterhin großer Informationsbedarf. Apotheken können hier mit einfachen, klar formulierten Erklärungen, persönlichen Gesprächen oder einfachen Anleitungen, wie beispielsweise der gemeinsame App-Download in der Apotheke, Vertrauen aufbauen. Damit positionieren sie sich gleichzeitig als kompetente PartnerInnen im digitalen Gesundheitswesen.

Auch Telemedizinangebote gewinnen an Akzeptanz. Besonders in jüngeren Altersgruppen ist die Bereitschaft zur Nutzung hoch, insgesamt zeigen sich über 60 % der Befragten offen für dieses Angebot. Das bedeutet, KundInnen erwarten zunehmend, auch jenseits der Vor-Ort-Situation betreut zu werden. Apotheken mit Videoberatung, Chat-Funktion oder integrierten Telepharmazie-Lösungen schaffen genau hier einen wertvollen Zusatznutzen und heben sich gleichzeitig vom Wettbewerb ab.

Informationsverhalten und Online-Kauf: digitale Kanäle etablieren sich – Beratung bleibt entscheidend

Auch wenn ÄrztInnen weiterhin die wichtigste Informationsquelle bei Gesundheitsfragen bleiben, gewinnen digitale Angebote an Bedeutung: Rund 22 % der Befragten informieren sich mittlerweile primär über das Internet. Online-Werbung verliert hingegen an Relevanz. Das deutet darauf hin, dass personalisierte, vertrauensvolle Inhalte und echte Empfehlungen stärker wirken als allgemeine Anzeigen.

Der Anteil der Personen, die regelmäßig Gesundheitsprodukte online kaufen, steigt ebenfalls: Jeder Vierte gibt an, mindestens einmal im Monat online einzukaufen – insbesondere über große Versandapotheken. Für Vor-Ort-Apotheken bedeutet das: Wer seine Kundschaft langfristig halten will, muss die digitale Einkaufsmöglichkeit anbieten – idealerweise eingebettet in die eigene App oder einen apothekeneigenen Onlineshop mit E-Rezept-Anbindung sowie komfortablen Abhol- oder Lieferoptionen.

Noch haben Apotheken laut dem Report die Nase vorn bei Online-Käufen von Medikamenten. Denn die meisten Menschen, über alle Altersgruppen hinweg, kaufen Ihre Medikamente Online über Onlineshops von Apotheken oder reine Versandapotheken. Online-Marktplätze wie amazon & Co. Stehen auf Platz zwei. Insgesamt auf Platz 3, aber vor allem bei jüngeren Zielgruppen stark vertreten sind spezialisierte Onlineshops, beispielsweise für Nahrungsergänzungsmittel.

Dabei bleibt eines zentral: Die KundInnen erwarten Orientierung, Verlässlichkeit und ein positives Nutzungserlebnis. Wer hier überzeugt – digital wie persönlich – wird auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.

Tipps: Strategisch handeln, Vertrauen stärken, digital wachsen

Der Healthcare Report 2025 verdeutlicht, die Digitalisierung im Gesundheitsbereich ist Realität – und sie wird nicht zurückgedreht. KundInnen sind heute besser informiert, selbstbestimmter und erwarten sowohl digitalen Komfort als auch persönliche Beratung. Apotheken, die diese Entwicklung aktiv gestalten, haben die Chance, sich als moderne, vertrauensvolle GesundheitsdienstleisterInnen zu positionieren.

Dazu braucht es keine radikale Neuausrichtung, sondern eine klare Strategie:

  • Digitale Services dort anbieten, wo sie Mehrwert schaffen.
  • Informationsbedürfnisse ernst nehmen und gezielt beantworten.
  • Prozesse so gestalten, dass sie effizient und gleichzeitig menschlich bleiben.
  • KundInnen nicht nur versorgen, sondern begleiten – auch digital.
  • Hybrides Konzept: Beratung und Verkauf sowohl vor Ort als auch digital abbilden.

Vor-Ort-Apotheken, die sich jetzt gut aufstellen, können nicht nur StammkundInnen binden, sondern auch neue Zielgruppen erreichen – und so die eigene Apotheke zukunftssicher aufstellen. achten Sie darauf, digitale Lösungen zu wählen, die Ihre Individualität und Marke zeigen und bei der Sie die Hoheit über die Kundendaten haben.

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