
Warum Apotheken heute digitale Lösungen brauchen
Die Apotheke von heute befindet sich im Wandel. Neue gesetzliche Vorgaben, technologische Entwicklungen und verändertes Kundenverhalten zwingen Vor-Ort-Apotheken dazu, ihre Prozesse neu zu denken. Insbesondere digitale Services wie das E-Rezept, Onlinebestellungen, Same-Day-Delivery, Telemedizin oder automatisierte Kommunikation setzen neue Standards. KundInnen wünschen sich Flexibilität, Verfügbarkeit und einfache Bestellmöglichkeiten – auch außerhalb der Öffnungszeiten.
Daneben mischen immer mehr globale Handelsunternehmen wie DM und Rossmann den Markt auf. Und auch reine Versandapotheken erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit bei KundInnen und damit auch wachsenden Marktanteilen.
Klassische Vor-Ort-Apotheken gehen diesen Wandel mit. Sie können sich nicht ausschließlich auf Laufkundschaft oder eine lukrative Lage verlassen: Die Digitalisierung erfordert einen Wandel – und dieser stellt Apotheken vor Herausforderungen. Denn neben dem klassischen Alltagsgeschäft, Büroarbeit und immensem Verwaltungsaufwand, müssen sich ApothekerInnen und Ihre Teams nun auch noch Themen wie Apps, Onlineshops, Social Media, Chat und Online Marketing stellen.
Ein zunehmend wichtiger Verkaufskanal ist das Smartphone der KundInnen. Vor diesem Hintergrund wird die Apotheken-App zum zentralen Werkzeug: Sie soll nicht nur digitale Bestellprozesse ermöglichen, sondern auch KundInnen langfristig binden, die Kommunikation erleichtern und das Image als moderne, serviceorientierte Apotheke stärken. Dabei ist sie idealerweise das Zentrum der digitalen Kanäle, mit Bestellmöglichkeiten, Marketingwerkzeugen, direkter Kundenkommunikation und wichtigen Funktionalitäten wie dem E-Rezept. Das klingt komplex und zeitaufwendig, daher liegt es auf der Hand, dass diese digitalen Lösungen so gut wie möglich und gleichzeitig so aufwendig wie nötig sein sollen.
Lösungsansätze – eigene Apotheken-App oder Teil einer Plattformlösung?
Es gibt verschiedene Lösungsansätze. Sie als ApothekerInnen müssen eine Strategie mit konkreten Zielen festlegen. Dazu gehören unter anderem folgende Fragen:
- Was wollen Sie mit Ihrer App erreichen?
- Was wünscht sich Ihre Zielgruppe?
- Wie wollen Sie Ihre Stammkundschaft aufbauen und halten?
- Welche Ressourcen haben Sie?
- Welche Systeme nutzen Sie aktuell?
- Wie bauen Sie Reichweite auf?
Durch die Beantwortung dieser Fragen zeigt sich auch, welche Lösung besser zur eigenen Apotheke passt: eine Plattform-App oder eine apothekenindividuelle App.
Was ist eine apothekenindividuelle App?
Eine apothekenindividuelle App ist eine App, die speziell für eine einzelne Apotheke entwickelt wird. Sie wird unter dem Namen der Apotheke in den App-Stores veröffentlicht, trägt das eigene Logo und Farben und ist auf die Abläufe und Kommunikationskanäle der jeweiligen Apotheke abgestimmt.
Diese Lösung bietet die Möglichkeit, alle digitalen Funktionen – von der E-Rezept-Einlösung über Vorbestellungen bis hin zu Push-Benachrichtigungen – direkt unter dem eigenen Namen anzubieten. Auch die Kundendaten verbleiben vollständig bei der Apotheke, was nicht nur ein Vorteil in Sachen Datenschutz ist, sondern auch für langfristige Kundenbindung und Marketingstrategien entscheidend sein kann.
Idealerweise ist eine apothekenindividuelle App eine integrierte Lösung. Das bedeutet, dass Onlineshop, Kommunikationswege wie Chat-Funktion oder Telepharmazie und beispielsweise ein Blog oder eine Wissensdatenbank mit Ihrer App verbunden sind, sodass Inhalte, Produkte und Angebote zentral gesteuert werden können. Solche integrierten Lösungen, die aus einer Hand stammen, sind in der Regel günstiger und geringer im Pflegeaufwand, als viele Einzel-Lösungen.
Was ist eine Plattformlösung?
Plattformlösungen bündeln mehrere Apotheken innerhalb einer gemeinsamen App. Beispiele hierfür sind gesund.de oder IhreApotheken.de. KundInnen laden eine zentrale App herunter und suchen innerhalb dieser App nach teilnehmenden Apotheken in ihrer Nähe. Die Darstellung ist einheitlich, unabhängig davon, um welche Apotheke es sich handelt.
Plattformen bieten häufig einfache Einstiegsmöglichkeiten und übernehmen einen Großteil der technischen Einrichtung. Sie profitieren zudem von gemeinsamer Reichweite und zentralem Marketing – allerdings meist auf Kosten der Individualität.
Apothekenindividuelle App vs. Plattformlösung – ein Vergleich
Im direkten Vergleich zeigen sich bei beiden Ansätzen Stärken – aber auch relevante Unterschiede, die insbesondere für Vor-Ort-Apotheken entscheidend sein können:
| Kriterium | Apothekenindividuelle App | Plattformlösung |
| Markenauftritt | Eigene Farben, Logo, Name in App-Stores | Standardisiertes Erscheinungsbild |
| Kundendaten | Verbleiben vollständig bei der Apotheke | Werden oft zentral verwaltet |
| Kundenbindung | Direkte, exklusive Beziehung zur Apotheke | Kunden sehen mehrere Apotheken und deren Angebote gleichzeitig |
| Kosten | In der Regel höhere Initialkosten, langfristig stabil | Oft günstigerer Einstieg, aber abhängig vom Anbieter |
| Werbung | Werbung stärkt ausschließlich die eigene Marke | Werbemaßnahmen erzielen oft mehr Reichweite, fördern aber auch andere Apotheken |
| Funktionalität | Anpassbar, erweiterbar, individuell | Oft technisch sehr ausgereift und vorgegeben durch Plattformanbieter |
| Wettbewerbssituation | Kein direkter Vergleich mit Konkurrenten | Konkurrenz auf Knopfdruck sichtbar |
Insbesondere für Apotheken, die sich nachhaltig positionieren, KundInnen direkt binden und ein modernes Markenbild aufbauen möchten, bietet eine individuelle App langfristig Vorteile. Sie behalten die Kontrolle über Ihre Kommunikation, bauen Ihre eigene Reichweite aus und sichern sich den direkten Kontakt zur Kundschaft. Die generierten Kundendaten gehören Ihnen – und – einmal angemeldet ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre KundInnen immer wieder bei Ihnen Rezepte einlösen und Medikamente kaufen werden.
Allerdings bedeutet eine apothekenindividuelle App auch mehr Aufwand in Sachen Marketing und Reichweitensteigerung. Denn bei der Plattformlösung profitieren Vor-Ort-Apotheken natürlich von den Marketing-Maßnahmen der Plattformen, müssen diese Aufmerksamkeit aber auch mit der Konkurrenz teilen.
Was kostet eine eigene App?
Eine häufige Frage lautet: „Lohnt sich der Aufwand auch wirtschaftlich?“ Die Antwort hängt von Ihren Zielen ab – doch klar ist: Eine apothekenindividuelle App ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit Ihrer Apotheke. Je nach Anbieter und Funktionsumfang kann mit einmaligen Einrichtungskosten im Dreistelligen Bereich gerechnet werden. Hinzu kommen monatliche Service- und Hosting-Gebühren, die meist unter 100 Euro pro Monat liegen.
Plattformlösungen sind häufig die günstigere und schnellere Variante. Doch langfristig kann die fehlende Markenbindung, eingeschränkte Kontrolle über die Kundendaten und die Abhängigkeit von Drittanbietern wirtschaftlich nachteiliger sein. Bei Plattformlösungen sind Apotheken aber besonders flexibel. Sie können die Mitgliedschaften nach Einhaltung der Kündigungsfristen beenden und sogar noch später zu einer individuellen Lösung wechseln.
Wie viel Aufwand ergibt sich bei der Einführung wirklich?
Die Vorstellung, eine App in den Apothekenalltag zu integrieren, wirkt oft abschreckend – gerade bei ohnehin knappem Personal und hohen Anforderungen im Tagesgeschäft. Doch mit einer guten technischen Lösung und begleitender Betreuung lässt sich der Start realistisch innerhalb von ein bis zwei Monaten umsetzen. Viele Anbieter unterstützen Apotheken sehr stark beim Onboarding, Design, Schulung des Teams, Listung im App-Store und der Kommunikation gegenüber den KundInnen. So bleibt der Initialaufwand für Sie gering und Sie stellen eine professionelle Abwicklung sicher.
Im Idealfall werden alle Inhalte – von Produktangeboten bis zu Push-Nachrichten – über ein zentrales Backend gepflegt. Das spart Zeit, senkt den Pflegeaufwand und erlaubt Ihnen, Inhalte gleichzeitig für App, Website und Onlineshop zu nutzen.
Bei einer Plattformlösung geht es – je nach Anbieter – sogar noch schneller. Hier ist das Onboarding meist in wenigen Tagen erledigt, da es genauen Prozessen unterliegt und von den Plattformbetreibern bereits zig-fach mit anderen Apotheken durchgeführt wurde. Ein Rest-Pflegeaufwand bleibt natürlich trotzdem. Zudem sollten Vor-Ort-Apotheken bei Bestellungen über die Plattform-App die eigenen Prozesse im Auge behalten: Kommen Bestellungen und Rezept-Einlösungen über zu viele verschiedene Kanäle, kann das im Apotheken-Alltag chaotisch werden.
Daher unser Tipp: Optimieren Sie Ihre Bestelleingänge und -Prozesse frühzeitig, angepasst an die App-Lösung(en), die Sie nutzen.
Die App sinnvoll in den Apothekenalltag integrieren
Damit eine App ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht es ein Konzept und klare Zuständigkeiten. Erfahrungsgemäß genügt es, eine Ansprechperson im Team zu definieren, die den Überblick über Inhalte, Aktionen und Rückfragen behält. Der operative Aufwand ist überschaubar – vor allem, wenn Prozesse automatisiert laufen. Achten Sie bei einer individuellen Apotheken-App auch darauf, dass sich der Pflegeaufwand für das Apothekenteam in Grenzen hält. Das bedeutet, Inhalte wie Angebote, Texte und Bilder sollten zentral gepflegt werden können und dann automatisiert auf den verschiedenen digitalen Kanälen wie dem Onlineshop und Ihrer App ausgespielt werden.
Egal ob Plattform-Lösung oder die eigene Apotheken-App, Sie schaffen als Apotheke einen neuen, zusätzlichen Verkaufskanal, über den Sie Umsätze generieren können ohne eine große zusätzliche Arbeitsbelastung zu schaffen. Die Bestellungen können gezielt in betriebsschwachen Zeiten bearbeitet und vorbereitet werden. So lassen sich Arbeitszeiten effizienter planen und entlasten das Team spürbar. Im Idealfall ist die App und damit auch der Online Shop auch an Ihr Warenwirtschaftssystem angebunden, um die Abwicklung der Bestellungen noch einfacher zu machen. Wichtig ist, dass Sie den neuen digitalen Absatzkanal strukturiert und transparent in die Arbeitsprozesse integrieren.
Ist die App zukunftssicher?
Digitalisierung ist kein statischer Zustand – sie entwickelt sich weiter. Wichtig ist daher, dass Ihre App regelmäßig aktualisiert wird, neue Funktionen wie das E-Rezept oder CardLink integriert und rechtliche Vorgaben wie die DSGVO stets eingehalten werden. Achten Sie bei der Wahl Ihres App-Anbieters auf kontinuierliche Weiterentwicklung, persönliche AnsprechpartnerInnen und erfragen Sie beim Anbieter wie auf neue Anforderungen aus Politik und Markt reagiert wird.
Im Idealfall kennt der Anbieter Ihre Branche und Herausforderungen. Achten Sie hier beispielsweise auf Rezensionen und Kundenstimmen: Wie wird die Partnerschaft zwischen Apotheke und Anbieter bewertet? Hat der Anbieter Erfahrungen in der Apothekenbranche? Sind stetige Updates und technische Weiter- sowie Neuentwicklungen sichergestellt? Ist es eine integrierte Lösung?
Die richtige App kann Umsatz und Reichweite steigern
Eine gut integrierte Apotheken-App ist weit mehr als ein technisches Add-On. Sie ist ein echter Vertriebs- und Kommunikationskanal, besonders auch im Hinblick auf Zielgruppen, die sehr digital-affin aufgewachsen sind und oftmals auch für Eltern oder Verwandte mitbestellen und auch im Hinblick auf gesetzliche Neuerungen. Wenn Sie Ihre App richtig einsetzen, haben Sie mit einer individuellen Lösung einen Kanal, der aus KundInnen BestandskundInnen macht. Zudem können Apotheken von diesen Vorteilen profitieren:
- Steigerung der Wiederbestellrate: KundInnen, die Ihre App installiert haben, greifen häufiger auf Ihre Leistungen zurück.
- Höhere Sichtbarkeit: Push-Nachrichten, Gutscheine oder Angebotsaktionen erreichen Ihre Zielgruppe direkt – ganz ohne Streuverluste.
- Optimierte Abläufe: Bestellungen können in Ruhe vorbereitet, Lieferungen effizienter geplant und Kundenfragen direkt beantwortet werden.
- Differenzierung vom Wettbewerb: Während Plattform-Apps austauschbar wirken, bleibt Ihre eigene App einzigartig – und das stärkt Ihre Position.
Fazit: Die richtige App ist eine strategische Entscheidung
Digitale Lösungen sind längst kein Luxus mehr, sondern Notwendigkeit. Wer heute noch ohne App arbeitet, wird mittelfristig nicht mit der Konkurrenz schritthalten können – nicht, weil die Technik fehlt, sondern weil KundInnen zunehmend digitale Services erwarten und gesetzliche Änderungen diese voraussetzen.
Plattformlösungen bieten einen schnellen Einstieg, sind aber oft mit Einschränkungen bei Markenführung und Datenhoheit verbunden. Eine apothekenindividuelle App hingegen ist ein starkes Werkzeug für Apotheken, die KundInnen langfristig binden, unabhängig agieren und als moderne Gesundheitsdienstleister auftreten möchten. Dafür sind aber der Initialaufwand und meist auch die Kosten höher.
Die Entscheidung für die richtige App hängt von Ihrer Strategie, Ihrer Zielgruppe und Ihren Kapazitäten ab. Oft muss es auch keine Entweder-oder-Entscheidung sein – es gibt auch die Möglichkeit eine apothekenindividuelle App gemeinsam mit einer Plattformlösung zu nutzen. Doch eines ist sicher: Wer digital sichtbar bleibt, wird auch morgen noch StammkundInnen und NeukundInnen gewinnen.
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