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Impfen in Apotheken: Zusatzdienstleistung mit Perspektive

Inhaltsverzeichnis

Die Grippesaison ist für Apotheken seit jeher ein wichtiger Berührungspunkt mit ihren KundInnen. Gleichzeitig geraten klassische Umsatztreiber wie OTC-Abverkäufe zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund gewinnen Zusatzdienstleistungen an Bedeutung – allen voran das Impfen in Apotheken. Denn gerade klassische Impfungen werden immer mehr gebraucht. Laut Satista & RKI sind besonders die Influenzafälle besonders hoch.

Hier stoßen Arztpraxen an ihre Kapazitätsgrenzen. Niedrigschwellige Impfangebote in Apotheken können genau deshalb einen wichtigen Beitrag leisten und die ambulante Versorgung entlasten. Für Vor-Ort-Apotheken bieten Sie zusätzliche Einnahmequellen und mehr Kundschaft.

Vorteile für Vor-Ort-Apotheken

Im Gegensatz zu Versandapotheken können Vor-Ort-Apotheken persönliche, beratungsintensive Leistungen anbieten. Impfungen und weitere Dienstleistungen bauen auf einem bestehenden Vertrauensverhältnis auf und stärken die Kundenbindung nachhaltig. Gleichzeitig sind sie auch wirtschaftlich relevant, da sowohl Impfungen als auch pharmazeutische Dienstleistungen (PDl) über die Krankenkassen der PatientInnen abgerechnet werden. Und wenn die KundInnen bereits im Laden sind, haben Vor-Ort-Apotheken noch weiteres Absatzpotential in Form von rezeptfreien Medikamenten, Nahrungsergänzung und Vitaminen – gerade vor der Grippesaison.

Voraussetzungen für Impfangebote in Apotheken

Damit Impfungen in Apotheken angeboten werden können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. ApothekerInnen benötigen eine entsprechende Schulung, um Impfungen fachgerecht und sicher durchführen zu dürfen. Zudem ist eine geeignete, separate Räumlichkeit nötig. Diese bietet sowohl Diskretion als auch die notwendigen hygienischen Standards.

Apothekenreform und wachsendes Versorgungsbedürfnis

Im Zuge der geplanten Apothekenreform sollen die Kompetenzen der Apotheken stärker genutzt werden, um Arztpraxen zu entlasten – denn diese haben meistens ein enormes Patientenaufkommen. Der zunehmende Ärztemangel und der steigende medizinische Bedarf einer alternden Bevölkerung sprechen dafür, Dienstleistungen in Apotheken weiter auszubauen. Auch wenn Teile der Ärzteschaft Kritik äußern, wie eine unklare Rollenverteilung oder eine „zersplitterte Patientenversorgung“, bleibt der Versorgungsdruck hoch – und Apotheken können hier sinnvoll unterstützen.

Vor-Ort-Apotheken sollten jetzt strategisch entscheiden

Viele Apotheken beginnen jetzt schon mit der Planung der Grippesaison 2026. Das Impfen bietet die Chance, das eigene Leistungsportfolio gezielt zu erweitern und sich als wohnortnaher Gesundheitsdienstleister zu positionieren – eine enorme Chance für Vor-Ort-Apotheken neue KundInnen zu binden und zu halten.

Pharmazeutische Dienstleistungen: großes Potenzial, geringe Nutzung

Neben Impfungen können Apotheken aktuell fünf pharmazeutische Dienstleistungen anbieten: die Betreuung bei Polymedikation, die standardisierte Risikoerfassung bei Bluthochdruck, die Einweisung in die korrekte Anwendung von Inhalationstechniken, die Begleitung bei oraler Krebstherapie sowie die Betreuung nach Organtransplantationen. Für diese Leistungen steht ein eigener Finanzierungstopf zur Verfügung, der bislang jedoch nur eingeschränkt genutzt wird. Gründe dafür liegen vor allem im zusätzlichen Zeitaufwand, im Schulungsbedarf und in der hohe Auslastung des Apothekenalltags.

Impfen und pDl: klare Abgrenzung, gleiche Abrechnungssystematik

Wichtig ist die klare Abgrenzung: Das Impfen in Apotheken zählt nicht zu den pharmazeutischen Dienstleistungen (pDl). Dennoch gibt es eine zentrale Gemeinsamkeit – sowohl Impfungen als auch pDls werden über die Krankenkassen der PatientInnen abgerechnet. Für Apotheken bedeutet das, dass beide Angebotsformen zwar unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen unterliegen, sich aber gleichermaßen als ergänzende, vergütete Gesundheitsleistungen etablieren lassen.

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